Projektwoche 2011 an der Gesamtschule Am Rosenberg, Hofheim/Ts


 

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Spiel das Leben

Einen Beruf erlernen, einen Familie gründen, berufstätig sein. Die Herausforderungen
des Erwachsenenalltags einmal besser kennen lernen und spüren, was es bedeutet,
verantwortlich zu sein. In Rollenspielen haben sich die Schüler in diese Situationen versetzt.
Was zunächst kaum möglich erscheint, ist von dem erfahrenen Lehrerteam
( Frau Seßner und Frau Kaufmann) bereits vielfach erprobt und für manche Überraschung gut.
Die Schüler haben das echte Leben gespielt und erlebt, wie Geld zwischen
den Fingern hindurch rinnen kann, aber auch wie sie richtig wirtschaften.
Beim Berufeparkour ging es schließlich noch darum sich in verschiedenen
Berufszweigen auszuprobieren. Tatsächlich: Wie eine Mutter berichtet hat,
waren die positiven Effekte des Projekts, abendliche Diskussionen
über die Idee, wie das wirkliche Leben finanziert wird, begleitet von fachkundigen
Informationen über die Besteuerung des monatlichen Entgelts. Den meisten
Schülern ist die Lebensrealität deutlich näher gekommen.
Fazit: Projektziel erreicht.

Hair-Club


Gut geschminkt - schicke Frisur. Hinter diesem Projekt steckte mehr,
als man zunächst vermutet hätte. Eine Friseurin und eine Kosmetikerin
erklärten und übten mit den Schülern, wie Sie sich in Szene setzen,
damit sie gut ankommen und sicher auftreten - ob vor größerem Publikum
oder einen müglichen Arbeitgeber. Dabei ging es auch darum, wie man
konstruktiv Kritik übt, aushält und schließlich für sich umsetzt. Mehr als 80 Schülerinnen
hätten gerne teilgenommen, 32 waren nun dabei. Das Projekt gipfelte in einer
Modenschau am Präsentationstag. Von Hochzeitsdress bis Gartenlook,
alle waren von Kopf bis Fuß perfekt gestylt.
Die souveränen Auftritte gilt es nun für den Alltag gut umzusetzen.

Hofheimer und Hattersheimer Tafel

Über 250 Familien besitzen in Hattersheim einen Berechtigungsschein,
mit dem Sie sich bei der Tafel Nahrungsmittel abholen dürfen. Dennoch
gibt es viel mehr bedürftige Menschen. Die Schüler lernten mit diesem
Projekt das wirklich Leben kennen, vielen wurde erstmals bewusst,
dass Armut in ihrer unmittelbaren Nähe tatsächlich besteht. Und sie
haben erlebt, dass "die Armut vor unserer Haustür grau und hässlich ist",
sagt Lehrerin Jutta Röder. Das große Interesse der Kinder, über
40 Schüler wollten mitmachen, zeigt jedoch, für wie bedeutsam
unsere Schüler das Projekt gehalten haben. Insgesamt durften
schließlich 18 Schüler der Klassenstufen fünf bis zehn teilnehmen.
Die Schüler halfen beim Abholen der Lebensmittel aus verschiedenen
Supermärkten, beim Sortieren der Nahrungsmittel und bei der Essensausgabe
in der Hofheimer und Hattersheimer Tafel. Auch der Anziehpunkt in
Hattersheim wurde unterstützt. "Ich gehe jetzt schon bewusster
mit Lebensmitteln um", sagt die elf Jahre alte Ivana, "ich kann gar nicht verstehen,
dass es auch Läden gibt, die gutes Essen wegwerfen und nicht spenden."
Für die Lehrerinnen Sandra Kirchner und Jutta Röder war
dieses Projekt der Auftakt zu einer weiterführenden Veranstaltung:
In der Weihnachtszeit möchten sie mit den Kindern, anstelle von
Wichtelgeschenken für die Klassenkameraden,
Päckchen für die Tafel packen.

Mitmachen ist erwünscht - einfach die Lehrerinnen ansprechen!


Alt trifft Jung und Jung trifft Alt

Sex-Crime-Action
Mit der Frankfurter Volksbühne und Michael Quast

"Es ist nicht leicht, die Schüler zu begeistern", sagte Michael Quast,
nach der ersten Hälfte seines Workshops, am Ende der Projektwoche. Der
Schauspieler wollte mit einem Dialog aus dem Gedicht von Theodor Fontane
"Die Brücke am Tay", den Schülern vermitteln, was nötig ist, um eine
Szene in Film oder Theater spannend werden zu lassen. Denn, allein durch
die Worte entstehe keine Spannung, so Quast, es komme darauf an,
verschiedene Stimmen, Dialekte oder Lautstärken zu spielen, damit eine
Stimmung überspringe. Schließlich gelang es ihm doch, die Schüler der
Klassenstufen acht und neun, für ihre Aufgabe zu gewinnen. Einen
krönenden Abschluss fand die Woche, als die Schüler den Schauspieler
live bei seinem Abendauftritt in der Aula der Gesamtschule Am Rosenberg
erleben durften. "Eigentlich waren die Schüler in den ersten Tagen in
der Arbeit mit mir, schon gut aus sich herausgegangen", sagt
Deutschlehrer Matthias Röser, "es war spannend zu sehen, wie sie sich
zuerst wieder zurückgezogen haben, als mit Herrn Quast ein Unbekannter
in unsere Gruppe kam." Jeder Schüler schlüpfte also bereits zuvor in
verschiedene Rollen, als Täter oder als Opfer. Wer gerade nicht auf der
Bühne stand, sollte herausfinden, bei wem es sich tatsächlich um Täter
und Opfer handelte. Dabei ging es nicht um klassische Schülerkonflikte.
Aufgegriffen wurden Beispiele aus anderen Alltagsbereichen und der
Literatur. Im Zentrum stand, den Schülern ein Gefühl für den anderen zu
vermitteln. Für den intensiven Austausch mit dem realen Leben, besuchte
die Gruppe das Polizeipräsidium Wiesbaden - inklusive einer Besichtigung
der Gefängniszellen.

Helfen ist unsere Aufgabe- Die freiwillige Feuerwehr!

Junge Menschen dazu motivieren, sich ehrenamtlich zu engagieren, war das
Ziel des Projekts, in Kooperation mit der Wiesbadener Feuerwehr. Die
Schüler durften in Theorie und Praxis erleben, was es heißt
Menschenleben zu retten, was es beim Brandschutz zu beachten gilt oder
wie man sich bei der Feuerwehr überhaupt ehrenamtlich engagieren kann.
Auf dem Sportplatz der Schule haben die Kids Hand in Hand gearbeitet:
Spielerisch geübt wurde mit Kegeln das zielgenaue Schläuchewerfen und
Wasserspritzen. Insgesamt beschäftigten sich 30 Schüler der
Klassenstufen fünf bis sieben mit den lebensrettenden Materialien. Die
Schüler haben zudem die Wiesbadener Berufsfeuerwehr besucht und so
Einblicke in die alltäglichen Abläufe erhalten.